Stimmt es, dass der Sozialfonds oder das Finanzamt eine Entschädigung für den Internetanschluss zu Hause zahlt?

Stimmt es, dass der Sozialfonds oder das Finanzamt eine Entschädigung für den Internetanschluss zu Hause zahlt?

Geprüft · aktualisiert

Aus dem Russischen übersetzt. Original

Gerücht: Anrufer geben sich als Sozialfonds (Russlands Renten- und Leistungsbehörde), Finanzamt oder Internetanbieter aus und behaupten, Ihnen stehe eine Entschädigung für Ihr Heimnetz oder einen Computer zu. Um sie zu «beantragen», verlangen sie den Code aus einer SMS oder die «Bestätigung Ihrer Daten» bei Gosuslugi (Russlands Portal für Behördendienste).

1. Urteil

Fake

Sozialfonds und Finanzamt zahlen keine Entschädigung für das Heimnetz oder einen Computer und rufen auch nicht mit solchen Angeboten an. Den SMS-Code brauchen die Betrüger, um in Ihr Gosuslugi-Konto zu kommen und darüber an Ihre Bank oder an Kredite. Eine echte Internet-Entschädigung gibt es nur für Menschen im Homeoffice: Sie zahlt der Arbeitgeber laut Arbeitsvertrag, ohne Anrufe und ohne Codes.

Hoch: Stellen des Sozialfonds (Russlands Renten- und Sozialbehörde) schreiben selbst, dass sie nie telefonisch nach Codes fragen, und gesetzlich zahlt nur der Arbeitgeber einen Internetzuschuss. Nicht „sehr hoch“: Alle Medien geben eine einzige Meldung des Innenministeriums wieder, also faktisch eine Quelle.

2. Behauptungen und Fakten

  • «Ihnen steht vom Sozialfonds oder vom Finanzamt eine Entschädigung für das Heimnetz oder den privaten Computer zu»Falsch

    Laut MVD gewähren Sozialfonds und Finanzamt «keine automatischen Entschädigungen» für Heimnetz und private Technik. Eine eigene staatliche Zahlung für Internet sieht das Gesetz nicht vor.[1][2][6]

  • «Um die Zahlung zu erhalten, muss man einen SMS-Code nennen oder Daten bei Gosuslugi bestätigen»Falsch

    Der SMS-Code ist der Schlüssel zum Einloggen in Ihr Konto oder zur Bestätigung einer Aktion. Regionalstellen des Sozialfonds schreiben, ihre Mitarbeiter fragten am Telefon nie nach Codes, Passwörtern oder Kartendaten.[9][10][5]

  • «Es ruft ein Mitarbeiter des Sozialfonds, des Finanzamts oder des Internetanbieters an»Falsch

    Das sind Betrüger, die sich als Behördenmitarbeiter ausgeben. Die Nummer im Display lässt sich fälschen, sie beweist also nichts. Das MVD rät, aufzulegen und die Organisation unter der Nummer von ihrer offiziellen Website zurückzurufen.[1][3]

  • «Eine Entschädigung für Internet und Technik gibt es überhaupt»Teilweise

    Ja, aber nicht vom Staat. Wer im Homeoffice arbeitet, bekommt vom Arbeitgeber die Nutzung eigener Technik und des eigenen Anschlusses erstattet (Arbeitsgesetzbuch, Artikel 312.6). Die Höhe steht im Arbeitsvertrag oder in einem internen Firmendokument. Bis zu 35 Rubel pro Tag ist diese Zahlung steuerfrei. Beantragt wird sie nicht über Gosuslugi und nicht mit SMS-Codes.[11]

  • «Gestohlene Gosuslugi-Konten werden für Kredite auf den Namen der Person genutzt»Wahr

    Das stimmt. Moskva 24 berichtet unter Berufung auf das MVD, dass über ein übernommenes Konto ein Kleinkredit aufgenommen werden kann.[4]

3. Woher das Gerücht stammt

  • MVD, «Bulletin der Cyberpolizei Russlands» · ru

    Ein ähnliches Vorläufer-Muster: Anrufer «vom Finanzamt oder vom Sozialdienst» versprechen eine Steuererstattung und verlangen einen SMS-Code, danach ruft die «Polizei» an.[17]

  • Website des Sozialfonds, Regionalstelle Kirow · ru

    Der Sozialfonds warnt vor Anrufen zur «Neuberechnung von Zahlungen»: Fondsmitarbeiter fragen nicht nach SMS-Codes.[9]

  • Gosuslugi · ru

    Gosuslugi startet den Bereich «Schutz vor Betrügern» mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung für alle, die schon einen Code weitergegeben haben.[12]

  • RIA Nowosti unter Berufung auf das MVD · ru

    Die erste gefundene Warnung speziell zur «Entschädigung für das Heimnetz». Am selben Tag übernehmen Iswestija (auch auf Englisch) und AiF die Meldung.[1][7][6]

  • Regionale Medien · ru

    Die Warnung verbreitet sich in den Regionen, zum Beispiel in Wladiwostok.[8]

  • TASS, Iswestija · ru

    Parallele Welle: Der «Sozialfonds» ruft Rentner wegen einer «Neuberechnung der Beschäftigungszeiten» an und verlangt einen Code für eine «Terminvereinbarung».[14]

  • RIA Nowosti, Prime, Moskva 24 unter Berufung auf das MVD · ru

    Erneute Warnung des MVD. Die Masche hat sich ausgeweitet: Neben dem Internet wird Geld für einen privaten Computer und die Miete von Technik fürs Homeoffice versprochen. Moskva 24 ergänzt, dass über das Konto Kleinkredite aufgenommen werden.[2][5][4][3]

  • RIA Nowosti, «Moschelowka» der Volksfront · ru

    Noch eine Welle «vom Sozialfonds»: Wegen des Feiertags am 4. November soll man per SMS-Code die «vorzeitige Rentenüberweisung bestätigen».[15][16]

Wie sich der Text veränderte

  1. 2025: «Steuererstattung» vom Finanzamt oder Sozialdienst
  2. → Juni–Oktober 2026: «Neuberechnung von Zahlungen und Beschäftigungszeiten» vom Sozialfonds
  3. → September 2026: «Entschädigung für das Heimnetz» vom Sozialfonds oder Finanzamt
  4. → Oktober 2026: + Entschädigung für den privaten Computer und Technik fürs Homeoffice
  5. → + in Nacherzählungen: Das übernommene Konto wird für einen Kleinkredit genutzt
  6. → November 2026: «Bestätigen Sie die vorzeitige Rente» zum Feiertag am 4. November

4. Was die Medien schreiben

  • RIA Nowosti (unter Berufung auf das MVD)Widerlegt

    Beschreibt die Masche zweimal, am 24. September und am 30. Oktober. Sozialfonds und Finanzamt zahlen keine automatischen Entschädigungen für Internet.[1][2]

  • Moskva 24Widerlegt

    Gibt die MVD-Warnung wieder: Ziel sind das Gosuslugi-Konto und ein Kleinkredit auf den Namen des Opfers.[4]

  • AiF, Iswestija, Prime, Mail NewsWiderlegt

    Übernehmen die MVD-Warnung und raten, unter offiziellen Nummern zurückzurufen.[6][7][5][3]

  • Regionalstellen des Sozialfonds (Gebiete Kirow und Saratow)Kontext

    Offizielle Seiten: Fondsmitarbeiter rufen nicht an, um Codes, Passwörter oder Kartendaten zu erfragen.[9][10]

  • buh.ruKontext

    Erklärt die einzige echte Internet-Entschädigung: Sie zahlt der Arbeitgeber an Beschäftigte im Homeoffice.[11]

  • Unabhängige Faktenchecks (Provereno.media u. a.)Schweigt

    Eine eigene Analyse genau dieser Masche wurde nicht gefunden. Alle gefundenen Beiträge stützen sich auf MVD-Meldungen.

5. Soziale Medien

Keine Daten.

6. Anzeichen von Manipulation

  • Der Anrufer gibt sich als Behörde aus. Als Mitarbeiter von Sozialfonds oder Finanzamt, laut MVD.
  • Verlangt wird ein SMS-Code. «Zur ‹Bearbeitung› der Entschädigung soll die Person den SMS-Code nennen» — RIA Nowosti.
  • Zeitdruck und selbstsicherer Ton. «Die Zahlung ist schon genehmigt, Sie müssen sofort bestätigen» — Beispiel von AiF.
  • Anknüpfung an einen plausiblen Anlass. Homeoffice: Man zahlt tatsächlich für Internet, und das Gesetz sieht eine Entschädigung für Beschäftigte im Homeoffice vor, aber vom Arbeitgeber.
  • Geld, das «von selbst kam». Die Person hat nichts beantragt, und man teilt ihr eine fertige Zahlung mit. So funktionieren staatliche Zahlungen nicht.

7. Ähnliche Gerüchte in der Vergangenheit

  • Gefälschte Kopien der Gosuslugi-Seite «beantragen» eine Zahlung von 10 000 Rubel für Kinder

    Ergebnis: Die Zahlung war echt, die Seiten nicht: Sie sammelten persönliche Daten und verlangten «Gebühren». Innerhalb weniger Tage wurden rund 30 solcher Seiten gefunden.[18]

  • Seiten, die «Sozialleistungen» und «Entschädigungen» gegen eine «Gebühr» versprechen

    Ergebnis: Kaspersky Lab zählte fast fünfmal so viele solcher Seiten wie ein Jahr zuvor.[19]

  • Anruf «vom Finanzamt»: Ihnen steht eine Steuererstattung zu, nennen Sie den Code

    Ergebnis: MVD: Das ist eine Kontoübernahme, danach rufen falsche Polizisten an.[17]

  • «Entschädigung für gefälschte Nahrungsergänzungsmittel»: Ein «Ermittler» ruft an und verlangt die Bezahlung eines «Anwalts»

    Ergebnis: Nach Zahlung von «Anwalt» und «Gerichtskosten» bricht der Kontakt ab, Geld gibt es keins.[20]

  • Der «Sozialfonds» berechnet die Beschäftigungszeiten neu und verlangt einen Code für einen Termin

    Ergebnis: Betrug, der Sozialfonds fragt nicht nach Codes.[14][9]

  • «Bestätigen Sie die vorzeitige Rentenüberweisung» wegen des 4. November

    Ergebnis: Die Vorverlegung der Zahlungen ist real, bestätigen muss man sie aber nicht. Die Bitte um einen Code ist Betrug.[15][16]

Gemeinsamkeiten mit früheren Gerüchten

  • Der Anruf kommt angeblich von einer Behörde: Sozialfonds, Finanzamt, Gosuslugi
  • Es wird Geld versprochen, statt zu drohen
  • Verlangt wird ein SMS-Code «zur Bearbeitung»
  • Es wird gedrängt: «Die Zahlung ist genehmigt, bestätigen Sie jetzt»
  • Das Ziel ist das Konto bei Gosuslugi oder bei der Bank

Neu

  • Der Anlass stammt aus dem echten Leben: Viele arbeiten von zu Hause und zahlen ihren Anschluss selbst
  • Daneben gibt es eine echte Entschädigung vom Arbeitgeber, das macht die Masche glaubwürdiger
  • Sie hat sich schnell ausgeweitet: vom Internet auf Computer und Technik-Miete
  • Übernommene Gosuslugi-Konten werden für Kleinkredite genutzt

9. Was tun

  • Nennen Sie niemandem den SMS-Code, auch keinem «Mitarbeiter des Sozialfonds». Legen Sie auf und rufen Sie die Organisation selbst unter der Nummer von ihrer offiziellen Website an. Einheitliche Nummer des Sozialfonds: 8-800-10-000-01.
  • Wenn Sie den Code schon genannt haben: Gehen Sie sofort zu Gosuslugi, ändern Sie das Passwort, melden Sie sich unter «Sicherheit» → «Aktionen im System» auf allen Geräten ab und prüfen Sie Telefon, E-Mail und Passdaten im Profil. Kommen Sie nicht rein, rufen Sie den Gosuslugi-Support an (8-800-100-70-10) oder gehen Sie mit Pass und SNILS (Versicherungsnummer) zu einem MFZ (Bürgeramt für staatliche Dienste).
  • Rufen Sie Ihre Bank unter der Nummer auf der Karte an: Melden Sie einen möglichen Hack und sperren Sie die Karte bei Verdacht. Richten Sie eine Selbstsperre für Kredite und Darlehen ein (über Gosuslugi oder ein MFZ) und prüfen Sie in 1–2 Wochen Ihre Kredithistorie. Finden Sie einen fremden Kredit, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei (102 oder 112) und melden Sie es der Bank oder dem Kreditgeber.
  • Fragen Sie Ihren Arbeitgeber oder schauen Sie in den Arbeitsvertrag, wie das Internet im Homeoffice erstattet wird. Warnen Sie ältere Verwandte: Sie werden am häufigsten betrogen.

10. Was wir nicht prüfen konnten

  • Das MVD hat weder die Zahl der Betroffenen noch die Schadenssummen dieser Masche veröffentlicht.
  • Welche Abteilung des MVD die Masche über welchen Kanal gemeldet hat, ist unklar — die Medien schreiben nur von «MVD-Unterlagen, die RIA Nowosti vorliegen».
  • Ein Internetanbieter als «Anrufer» kommt in den gefundenen MVD-Veröffentlichungen nicht vor — dort nur Sozialfonds und Finanzamt.
  • Virale Beiträge in sozialen Netzwerken mit dem «Entschädigungs»-Angebot selbst wurden nicht gefunden: Die Masche lebt in Telefonanrufen, nicht in Posts.
  • Die Suche auf Ukrainisch, Kasachisch und Englisch ergab nur ähnliche Maschen mit SMS-Codes, aber nicht diese Geschichte; auf Englisch nur die Übersetzung der Iswestija-Meldung.
  • Die Schritt-für-Schritt-Anleitung im Bereich «Schutz vor Betrügern» bei Gosuslugi ließ sich nicht öffnen (Login nötig); die Schritte in den Tipps stammen von RBC und aus MVD-Warnungen.
  • Eine eigene bundesweite Erklärung des Sozialfonds speziell zur «Internet-Entschädigung» wurde nicht gefunden — nur regionale Warnungen vor Codes.

11. Quellen

  1. RIA Nowosti — Masche mit Entschädigung für Internetkosten (24.09.2026) · abgerufen 2026.11.05
  2. RIA Nowosti — SMS-Codes unter dem Vorwand von Internet-Zahlungen (30.10.2026) · abgerufen 2026.11.05
  3. Mail News — Wiedergabe von RIA Nowosti (30.10.2026) · abgerufen 2026.11.05
  4. Moskva 24 — MVD zur Internet-Entschädigung (30.10.2026) · abgerufen 2026.11.05
  5. Prime — MVD zu Betrügern mit Internet-Entschädigung · abgerufen 2026.11.05
  6. AiF — neue Betrugsmasche mit Entschädigung für das Heimnetz · abgerufen 2026.11.05
  7. Iswestija (engl.) — Scammers began promising compensation for Internet · abgerufen 2026.11.05
  8. VladNews — Betrüger bieten Internet-Entschädigung an · abgerufen 2026.11.05
  9. Sozialfonds, Regionalstelle Kirow — Betrüger und Neuberechnung von Zahlungen · abgerufen 2026.11.05
  10. Sozialfonds, Regionalstelle Saratow — Warnung vor Betrügern · abgerufen 2026.11.05
  11. buh.ru — Entschädigungen für Beschäftigte im Homeoffice und Einkommensteuer · abgerufen 2026.11.05
  12. ppt.ru — Gosuslugi startet Dienst zum Schutz vor Betrügern · abgerufen 2026.11.05
  13. RBC — was tun, wenn das Gosuslugi-Konto gehackt wurde · abgerufen 2026.11.05
  14. Iswestija (engl.) — SMS-Code unter dem Vorwand der Neuberechnung der Beschäftigungszeiten · abgerufen 2026.11.05
  15. RIA Nowosti — neue Legende für Rentner (03.11.2026) · abgerufen 2026.11.05
  16. Realnoje Wremja — Masche mit vorzeitigen Auszahlungen · abgerufen 2026.11.05
  17. www1.ru — MVD zum Passwortdiebstahl unter dem Vorwand von Steuererstattungen (2025) · abgerufen 2026.11.05
  18. Mel — gefälschte Gosuslugi-Seiten mit Zahlungen für Kinder (2020) · abgerufen 2026.11.05
  19. Anti-Malware — Betrug mit Sozialleistungen auf das Fünffache gestiegen (2020) · abgerufen 2026.11.05
  20. Moskva 24 — Masche mit «Entschädigung» für Nahrungsergänzungsmittel (März 2026) · abgerufen 2026.11.05

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